Handball Chronik

Gründung und goldene Ära (1922 - 1931)

Die Handballabteilung des Zehlendorfer Turn- und Sportvereins entstand am 01.08.1922. In den Anfangsjahren bis 1930/31 befand sich die 1. Mannschaft kontinuierlich in der obersten Leistungsklasse. Bekannte Spieler prägten diese goldene Ära, die jedoch mit dem Weggang einiger Schlüsselspieler und dem Abstieg endete.

Turnerbund und Damenmannschaft (1931 - 1939)

Die Freunde des Zehlendorfer TSV spielten eigene Rundenspiele im Turnerbund. Sowohl die Turner als auch die Handballsportler zeigten bemerkenswerte Leistungen. Vor dem Zweiten Weltkrieg bildete sich sogar eine Damenmannschaft aus der Leichtathletik, die durch ihre Schnelligkeit und Wendigkeit überzeugte.

Neustart nach dem Krieg (1947 - 1957)

Der Zweite Weltkrieg beendete vorerst den sportlichen Weg. Im August 1947 startete die Handballabteilung jedoch einen Neuanfang in der 2. Kreisklasse. Nach einigen Auf- und Abstiegen gelang 1954/55 der dauerhafte Durchbruch in die Bezirksliga. Das Gespann aus Betreuer Horst Köster und Trainer Willi Jakob führte die Mannschaft erfolgreich bis in die Oberliga.

Legendäre Mannschaften und Struktur (1957 - 1989)

Die legendäre 1. Herrenmannschaft der späten 50er und 60er Jahre prägte die Handballgeschichte Zehlendorfs. In den 80er Jahren zeigte der Verein nicht nur im Herren- und Damenspielbetrieb, sondern auch in der Jugendarbeit erfolgreiches Engagement. Die männliche E-Jugend wurde 1973 Berliner Vizemeister.

Wende und Herausforderungen (1989 - 2000)

Nach dem Mauerfall wurde die Handballabteilung durch neue/alte Mannschaften aus dem Ostteil Berlins beeinflusst. Die 1. Männermannschaft stieg in die Regionalliga Nordost auf. In den 90er Jahren dominierten vor allem die Männermannschaften. Die Jugendarbeit geriet in den Schatten der Erwachsenen.

Neuformierung und Jugendförderung (2000 - 2025)

Die Jahrtausendwende brachte eine positive Wende für unsere Talentarbeit. Engagierte Mitglieder wie Marco Tuchscherer & Michael Kuhn begannen, die brachliegende Jugendarbeit wieder aufzubauen. Die Abteilung entwickelte sich seitdem positiv, mit Nominierungen für die Stützpunkte des Handballverbandes Berlin und erfolgreichen Nachwuchsteams. Insbesondere unsere U19-Mannschaften sollten viele Saisons zum Besten gehören, was die Stadt zu bieten hat. Der Jahrgang 1996/97 schaffte es 2015 bis ins Pokalhalbfinale und der Folgejahrgang 97/98 krönte die Zehlendorfer Jugendarbeit mit der Berliner Vizemeisterschaft 2016.

Die 2010er-Jahre gehörten dagegen für den Herrenbereich zu den weniger auffälligen Episoden. Nach mehreren Jahren in der mittelklassigen Stadtliga, gelang zwischendurch ein Befreiungsschlag nach oben. Allerdings endete dieser kurz darauf mit einer äußerst unglücklichen Relegation, sodass die 1. Herren in der Saison 2016/17 wieder aus der Landesliga (damals zweithöchste Berliner Spielklasse) abstieg. In der selben Saison begründet sich aus zahlreichen Jugendspielern, und einer "alten Garde", die 2. Herrenmannschaft, die sich mit zwei Aufstiegen in Folge direkt als Erfolgsprojekt herausstellte. Leider scheitert die 1. Männer in den Folgejahren mehrmals höchst unglücklich am Wiederaufstieg. Auch die Corona Pandemie hatte hieran sicherlich ihren Anteil.

Trotz Veränderungen ist die Abteilung weiterhin eigenständig und stellt in allen Altersklassen eine Mannschaft.

2021 bis 2024 zeichnet dann wieder eine kleine Erfolgsgeschichte für den Herrenbereich: Es gelingt der Doppelaufstieg bis in die höchste Berliner Spielklasse, der damaligen Verbandsliga. Leider ist die Truppe, die zu großen Teilen aus "besonders Erfahrenen" besteht, ab der Saison 2023/24 nicht konkurrenzfähig und muss bis 2025 zwei Abstiege verzeichnen.

Der Jugendbereich fusioniert 2023 mit dem BFC Preussen zum ambitionierten Jugendprojekt "Preussen-Zehlendorf". Aus vielen guten Ideen und soliden Anfängen wird am Ende leider ein äußerst unrühmliches Ende aus Zehlendorfer Sicht. Die Spielgemeinschaft wird bereits nach zwei Jahren aufgelöst und bedeutet für Z88 zunächst herbe Verluste im Jugendbereich.

 

Ein besonderer Dank geht an diejenigen, die durch ihr persönliches Engagement die Geschicke der Handballabteilung in den letzten 25 Jahren maßgeblich beeinflusst haben. Darunter: Klaus Lipinske, Felix Fabian, Dietmar Apitz, Manfred Klein, Ansgar Hain, Michael Kuhn, Fabian Groth, Edgar Hübner, Alexander Rudolph, Tobias Haenschke, Christoph Bieder, Svenja Dieckmann & Kerstin Lipinske.

Frischer Wind, gleicher Kern (seit 2025)

Der Sommer 2025 zeichnete sich als Bewährungsprobe ab. Die zahlreichen Abgänge im Jugendbereich führten dazu, dass Zehlendorf erstmals seit sehr vielen Jahren ihre Nachwuchs-Flaggschiffe U19 & U17 nicht besetzen konnte. Der Doppelabstieg der 1. Herren aus den zwei Vorsaisons lastete ebenfalls auf den Schultern der Abteilung, sodass ein zwingender Strukturwandel erforderlich war.

Z88-Handball setzte ab sofort wieder mehr auf bewährte Kräfte aus den eigenen Reihen: Trainerpositionen und Funktionäre wurden mit bekannten Zehlendorfer Gesichtern besetzt. Außerdem wagte man eigenständige Investitionen in Ausrüstung & Material, die vorher entweder von Sponsoren getragen wurden, oder nicht auf der Agenda standen. Dazu gehören z.B. moderne Trikotsätze und Spielgeräte, aber auch die Förderung eigener Schiedsrichtergespanne. Zudem rückte auch die Verbesserung der Trainings- und Wettkampfbedingungen in den Fokus, insbesondere im Hinblick auf die Gewinnung angemessener Sportstätten. Darüber hinaus bemühten sich die Verantwortlichen um die Auffrischung der Onlineauftritte, sowie einer ausgewachsenen Kampagne zur Kadererneuerung.

Ein Engagement dass sich lohnen sollte: Rund 20 Neuzugänge und Wiederkehrer feierten zum Trainingsauftakt ihren Einstand. Zusammen mit dem Stammkader ergibt das über 40 aktive Spieler im Männerbereich. In der Saison 25/26 gehen Sie in Landes- und Bezirksoberliga als 1. und 2. Herren an den Start.

 

Der Jugendbereich wird wohl länger als einen Sommer benötigen um sich von den Strapazen der SG zu rehabilitieren. Umso erfreulicher ist es, dass auch hier auf Beständigkeit in den Trainerkonstellationen gesetzt werden kann. Wir freuen uns auf die Zukunft!

Abteilungsleiter seit 1949
  • 1949: Hans Dauber
  • 1950-1955: Heinz Sender
  • 1955-1958: Hans-Joachim Dauber
  • 1959-1962: Fritz Midasch
  • 1963: Harald Wehrkamp
  • 1964: Arno Wernicke
  • 1965-1978: Klaus Lipinske
  • 1979: Klaus Tschirner
  • 1980-1983: Leberecht Staupe
  • 1984-1986: Dieter Döring
  • 1987-2006: Klaus Lipinske
  • 2007-2009: Ansgar Hain
  • seit 2010: Marco Tuchscherer